Mit Traktor, Technik und Teamgeist: Jano Schranz über sein erstes Lehrjahr
Die Arbeit rund ums grösste Freibadbecken der Schweiz ist abwechslungsreich.Erzähl uns etwas über dich: Wer bist du, und wie bist du auf diese Lehre gekommen?
Ich bin Jano, 17, aus Pieterlen. Ich bin durch meinen Vater auf die Stelle aufmerksam geworden: Er hat im ÜK-Zentrum für Fachleute Betriebsunterhalt gearbeitet und wusste deshalb, dass es eine neue Lehre gibt.
Hast du in andere Berufe reingeschnuppert? Und weshalb hast du dich schliesslich für diesen entschieden?
Ja, viele: Schreiner, Landschaftsgärtner, Koch, Fachmann Betriebsunterhalt im Werkhof und Hausdienst. Aber das Arbeiten drinnen und draussen und das Team hier im Weyermannshaus haben mich überzeugt.
Warum hast du dich für die Stadt Bern entschieden?
Ich wusste vorher nicht viel über die Stadt als Arbeitgeberin. Dass ich hier 7 Wochen Ferien habe als Lernender, war eine positive Überraschung (schmunzelt). Und Martin, mein Berufsbildner, ist der Jackpot.
Was schätzt du besonders an der Zusammenarbeit mit ihm?
Er führt auf Augenhöhe mit allen Mitarbeitenden, schaut, dass es allen gut geht und setzt sich dabei immer an zweite Stelle. Wir gehen auch Mal als Team gemeinsam Beachvolleyball spielen über den Mittag. Wenn ich das meinen Schulkamerad*innen erzähle, können die es sich jeweils kaum vorstellen. Das ist, glaube ich, wirklich einzigartig.
Du hast jetzt das erste Lehrjahr geschafft: Wie ist es dir ergangen?
Es war sehr abwechslungsreich. Jeder Tag brachte etwas Neues. Die Schule fällt mir zum Glück leicht.
Gab es etwas, das dich überrascht hat an deinem neuen Alltag?
Der Arbeitsweg, den hatte ich unterschätzt: Ich komme mit dem Zug, und es dauert doch eine Stunde pro Weg. Bei der Arbeit selber gab es eigentlich keine grossen Überraschungen, das habe ich mir ziemlich genau so vorgestellt. Da half der gute Einblick, den ich beim Schnuppern erhalten habe und ich kannte auch von meinem Vater her gewisse Arbeiten bereits, beispielsweise Grundreinigungen.
Du hast jetzt bereits Arbeiten im Freibad, im Hallenbad und auf der Kunsteisbahn kennengelernt. Viele wissen gar nicht genau, was hinter dem Unterhalt von Sportanlagen steckt. Was gehört alles zu deinem Job?
Für Sauberkeit sorgen, ist das eine: Im Freibad heisst das zum Beispiel, morgens das Laub zu entfernen. Dazu kommt die ganze Technik im Hintergrund. An heissen Tagen wie im vergangenen Juni sind wir fast täglich in den Ausgleichsbecken rund um den Pool unterwegs. Wir reinigen die Filter und führen zwei Mal wöchentlich Rückspülungen durch: Dabei wird das Wasser in entgegengesetzter Richtung durch die grossen Filter gespült, um den Dreck zu entfernen. Im Hallenbad ist es ähnlich, aber kleiner.
Im Juni habe ich die beiden Brevets für die Wasseraufsicht bestanden und darf jetzt offiziell Badeaufsicht machen.
Auf der Eisbahn war ich bisher erst zwei Wochen. In der Zeit habe ich die Anlage ganz grob kennengelernt. Zum Beispiel habe ich die Eisdicke gemessen und die Temperatur geprüft: Je nach Wetter muss man das Eis mit der Kälteanlage mehr oder weniger stark kühlen.
Musstest du für die Brevets viel trainieren, oder konntest du schon vorher sehr gut schwimmen?
Oh nein! (lacht) Ich war ein klassischer Sprungbrettspringer, der schnell zum Beckenrand schwimmt – viel mehr konnte ich nicht. Mein Berufsbildner Martin hat sich im Winter fast jeden Morgen von 7 bis 8 Uhr Zeit genommen, um mit mir zu üben und mir die korrekte Technik beizubringen.
Welche Aufgaben machen dir am meisten Spass?
«Ghüderen» mit dem Traktor! Aber eigentlich mache ich alles gern – nicht alles sehr gern, aber gern. Die Öffnungsrunde im Freibad am Morgen mag ich besonders: Alles bereit machen, die Gittertore öffnen. Wenn jeweils die Sonne aufgeht und die Wasseroberfläche noch schön glatt ist – das gefällt mir.
Und was war bisher die grösste Herausforderung?
Früh genug ins Bett zu gehen – das ist manchmal die grösste Herausforderung (lacht). Was mich hin und wieder auch herausfordert: Wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig reinkommen und ich schauen muss, dass am Ende nichts untergeht.
Gibt es ein Erlebnis aus dem ersten Lehrjahr, auf das du besonders stolz bist?
Neulich gab es einen Notfall im Freibad und es war für mich das erste Mal, dass ich dabei war. Eine Person hatte im Wasser einen Herzstillstand. Die zuständige Kollegin löste sofort den Alarm aus und sprang ins Wasser. Ich war am nächsten dran, alarmierte die Ambulanz und wies sie ein. Ich bin darauf nicht unbedingt stolz, aber ich freue mich, dass ich richtig gehandelt habe – weil ich vorher ja nicht wissen konnte, wie ich in einer solchen Situation dann tatsächlich reagiere.
Während der Ausbildung wirst du noch weitere Einsatzorte besuchen, wie Sporthallen und Sportplätze und Stadtgrün Bern. Worauf freust du dich am meisten?
Definitiv auf die Grünflächenpflege, wie den Unterhalt von Fussballplätzen. Das mach ich im August, und freue mich schon sehr darauf, die Arbeiten kennenzulernen: Linien ziehen, Rasenmähen mit dem Traktor, Hecken schneiden, Pflanzen setzen, usw. Vielleicht gehe ich auch mal noch auf den Camping im Eichholz – das wäre auch der Wahnsinn –, ins Marzili oder in die Schwimmhalle Neufeld. Vieles steht noch nicht fest – ich bin ja der erste Lernende. Aber das finde ich spannend!
Das Interview fand im Juli 2025 statt.
Am allerliebsten ist Jano mit dem Traktor unterwegs zum «Ghüderen».
Ausbildung Fachperson Betriebsunterhalt Sportanlagen
Das Sportamt bietet jedes Jahr eine Lehrstelle als Fachperson Betriebsunterhalt EFZ Sportanlagen

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Arbeiten in den Anlagen
In den Kunsteisbahnen, Frei- und Hallenbädern sowie auf dem Campingplatz Eichholz arbeiten Personen mit verschiedenen Stellenprofilen.